Material

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Materialien und Verbindungen

ACM - Acrylat-Kautschuk

ACM findet hauptsächlich Anwendung im Kraftfahrzeugbereich, da der Werkstoff auch bei höheren Temperaturen gegen Motoren, Getriebe- und ATF-Öle beständig ist. Der Temperatureinsatzbereich liegt bei –20°C bis +150°C

AU - Polyester-Urethan
EU - Polyether-Urethan

Polyurethane

Polyurethan-Kautschuk (AU, EU)

Handelsname: z.B.
Desmopan® (Bayer),
Urepan® – Bayer AG

Polyurethane heben sich von den klassischen Elastomeren durch ihre deutlich höhere mechanische Festigkeit ab. ­Darunter fallen u.a. ein hoher Abrieb-, Verschleiß- und Extrusionswiderstand sowie eine hohe Reiß- und Weiterreißfestigkeit. Der Werkstoff ist alterungs- und ozonbeständig und einsetzbar in Mineralölen und -fetten, Siliconölen und -fetten, schwerentflammbaren Hydraulikflüssigkeiten ­HFA und HFB und Wasser bis max. 50°C sowie reinen ­aliphatischen Kohlenwasserstoffen.

Entsprechend der Zusammensetzung der verwendeten Polyole unterscheidet man Polyester-Urethan (AU) und Polyether-Urethane (EU). EU zeigt eine bessere Hydrolsebeständigkeit. Polyurethan-Elastomere besitzen gegenüber allen anderen Elastomeren eine ausgezeichnete Verschleißfestigkeit, hohe Reißfestigkeit und hohe Elastizität. Die Gasdurchlässigkeit ist vergleichbar mit IIR

Hitzebeständigkeit:
Bis etwa 90° C

Kältebeständigkeit:
bis etwa -40° C

Chemische Beständigkeit:
Reine aliphatische Kohlenwasserstoffe (Propan, Butan, Benzin); Verunreinigungen (Feuchtigkeit, Alkohole, saure oder alkalische Verbindungen) können Polyurethane chemisch angreifen!
Mineralöle und –fee (bestimmte Zusätze können den Werkstoff chemisch angreifen!)
Silikonöle und –fette
Wasser bis 50° C
Ozon- und alterungsbeständig

Nicht beständig gegen:
Ketone, Ester, Ether, Alkohole und Glykole
Heißes Wasser, Dampf, Alkalin, Amine und Säuren

Butyl-Kautschuk (IIR)

Handelsnamen:
Polysar Butyl® – Bayer AG
Exxon Buty® – Exxon Chem. Co.

Butyl-Kautschuk (Isobutylen, Isopren Rubber, IIR) wird von mehreren Firmen in verschiedenen Typen Hergestellt, die sich durch den Isoprengehalt unterscheiden. Isopren wird für die Vulkanisation zugesetzt. Butyl besitzt eine geringe Gasdurchlässigkeit und gutes elektrisches Isoliervermögen.

Hitzebeständigkeit:
bis etwa 130° C

Kältebeständigkeit:
bis etwa -40° C

Chemische Beständigkeit:
Heißwasser und Dampf bis 130° C
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis
Viele Säuren und Basen (bitte Anfragen)
Salzlösungen
Polare Lösungen wie Alkohol, Ketone und Ester
Hydraulische Druckflüssigkeiten auf Polyglykolbasis
(HFC-Flüssigkeiten) und Phosphorsäureester Basis (HFD-R-Flüssigkeiten)
Silikonöle und –fette
Skydrol 500 und 7000
Ozon-, alterungs- und witterungsbeständig

Nicht beständig gegen:
Mineralöle und –fette
Kraftstoffe
Chlorierte Kohlenwasserstoffe

CR - Chloropren-Kautschuk

Handelsnamen: z.B.
Neoprene® (Du Pont-Dow Elastomers),
Baypren® – Bayer AG

Chloroprene haben eine gute Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständigkeit bei ebenfalls guten mechanischen ­Eigenschaften. Sie zeigen mittlere Beständigkeit in Mineralölen und eignen sich zum Einsatz in vielen Kältemitteln. Die Temperatureinsatzgrenzen liegen bei –40°C bis +100°C.

Chloropren war einer der ersten synthetischen Kautschuken und zeigt im allgemeinen gut Ozon-, Wetter-, und Alterungsbeständigkeit, mittlere Ölbeständigkeit, gute mechanische Eigenschaften und einen erweiterten Temperaturbereich

Hitzebeständigkeit:
Bis etwa 100° C (120° C)

Kältebeständigkeit:
Bis es -40° C

Chemische Beständigkeit:
Paraffinische Mineralöle mit niedrigem EVI z.B. IRM 901
Silikonöle und –fette
Wasser und wässrige Lösungen (bei mäßigen Temperaturen)
Kältemittel (Ammoniak, Kohlendioxid, Freon – bitte anfragen)
Bessere Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständigkeit gegenüber NBR

Bedingt beständig gegen:
Naphtenische Mineralöle (KRM 902-903)
Niedermolekulare aliphatische Kohlenwasserstoffe (Propan, Butan, Benzin)
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis

Nicht beständig gegen:
Aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzol)
Chlorierte Kohlenwasserstoffe (Trichlorethylen)
Polare Lösungsmittel (Ketone, Ester, Ether, Azeton)

Epichlorhydrin-Kautschuk (CO, ECO)

Handelsname:
Hydrin® – Nippon Zeon

Epichlorhydrin unterscheidet sich durch zwei Arten: das Homopolymer (CO) und Copolymer (ERCO). CO und ECO besitzen eine gute Beständigkeit gegen Mineralöle, Kraftstoffe und Ozon. Die Hochtemperaturbeständigkeit ist gut, bei 150° C verschlechtert sich der Compression Set und die Korrosionsneigung an den Dichtflächen nimmt zu. ECO besitzt eine gute Kälteflexibilität, CO weist dagegen eine geringere Gasdurchlässigkeit

Hitzebeständigkeit:
Bis etwa 135° C

Kältebeständigkeit:
Bis etwa -40° C

Chemische Beständigkeit:
Mineralöle und –fette
Aliphatische Kohlenwasserstoffe (Propan, Butan, Benzin)
Silikonöle und –fette
Wasser bei Raumtemperatur
Ozon-, alterungs- und witterungsbeständig

Nicht beständig gegen:
Aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe
Ketone und Esther
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis
Schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten der Gruppen HFD-R und HFD-S

Ethylen-Propylen-Kautschuk (EPM, EPDM)

(Frühere Bezeichnung: APK, APTK, EPR)

Handelsnamen:
Buna EP® – Bayer AG
Keltan® – DSM
Dutral® – Enichem
Nordel® – DuPont
Vistalon® – Exxon Chem. Co

EPM ist ein Kautschuk, der durch Copolymerisation von Ethylen und Propylen hergestellt wird. Durch die Verwendung eines dritten Monomeres entsteht Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), das für Dichtungen in Phosphatester-Hyraulikflüssigkeiten besonders gute Eigenschaften zeigt und eine breite Anwendung in Bremssystemen auf Glykolbasis findet.

Hitzebeständigkeit:
bis etwa 150° C (max. 180° C in Wasser und Wasserdampf)

Kältebeständigkeit:
bis etwa -50° C

Chemische Beständigkeit:
Heißwasser und Heißdampf bis etwa 150° C, sonderqualitäten bis 180° C
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis bis 150° C
Viele organische und anorganische Säuren
Waschmittel, Natron und Kalilaugen
Hydraulikflüssigkeiten auf Phosphorsäureester-Basis (HFD-R)
Silikonöle und -fette
Viele polare Lösungsmittel (Alkohole, Ketone, Ester)
Skydrol 500 und 7000
Ozon-, alterungs-, und witterungsbeständig

Nicht beständig gegen:
Mineralölprodukte (Öle, Fette, Kraftstoffe)

FEP - Fluoriertes Ethylen-Propylen

FEP ist ein thermoplastischer Werkstoff, dem PTFE ähnlich in den Eigenschaften. Nahtlos FEP ummantelte O-Ringe haben einen elastischen Kern aus FPM oder VMQ. Sie werden bei sehr hohen thermischen und chemischen Beanspruchungen eingesetzt. Die extrem hohe chemische Resistenz der Um­mantelung schützt den elastischen Kernwerkstoff vor dem Angriff durch das eingesetzte Medium. Ein weiterer Vorteil der Ummantelung ist der sehr geringe Reibungskoeffizient.

Dadurch wird eine Kombination von hoher chemischer und thermischer ­Belastbarkeit mit den elastischen ­Eigenschaften der handelsüblichen Elastomere erreicht. Der Kernwerkstoff wird entsprechend des Temperatureinsatzbereiches und des Mediums ­gewählt.

Die Montage erfordert durch die eingeschränkte Dehn- und Stauchbarkeit ­besondere Sorgfalt. Durch Erwärmen in heißem Wasser oder Öl auf ca. 80°C bis 100°C wird die Flexibilität erhöht und damit die Montage erleichtert.

Die Einsatztemperaturen liegen, je nach Kernwerkstoff, bei ­–55°C bis +200°C.

FEPM - Tetrafluorethylen-Propylen-Kautschuk

Handelsnahme: z.B. Aflas® (3M)

FEPM ist ein relativ neuer Werkstoff aus der Gruppe der Fluorelastomere und zeichnet sich durch seine sehr gute thermische (0°C bis +200°C) und chemische Beständigkeit aus. ­Besonders geeignet für Anwendung in Heißwasser, Wasserdampf, Säuren, Laugen, Ammoniak, Amine, legierten Motoren- und Getriebeölen, Bremsflüssigkeiten (basierend auf Glycol, Mineralöl und Siliconöl); Erdöl, Sour Gas.

FFKM - Perfluorkautschuk

Handelsname: z.B.
Kalrez® (Du Pont-Dow Elastomers)

Perfluor-Elastomere besitzen eine mit ­PTFE vergleichbare Chemikalien- und Hitzebeständigkeit. Sie verbinden diese positiven Eigenschaften des PTFE mit dem elastischen Verhalten von FKM. Durch das erheblich höhere Preis­­niveau dieser Werkstoffgruppe werden Perfluor-Elastomere nur dann eingesetzt, wenn andere Werkstoffe den ­Anforderungen nicht mehr gewachsen sind und sicherheitstechnische Aspekte die höheren Kosten rechtfertigen.

Typische Einsatzgebiete von Perfluor-Elastomeren sind z.B. die chemische, Erdöl- und Halbleiterindutrie, Hoch­vakuum-Technik, Luft- und Raumfahrt

FVMQ - Fluorsilicon-Kautschuk

Fluor-Silikon-Kautschuk (FVMQ)

Handelsname: z.B.
Silastic LS® (Dow Corning)

Fluorsilicon-Elastomere sind bei ­ähnlichen mechanischen Eigenschaften wie Silicon wesentlich besser beständig ­gegen Öle und Kraftstoffe. Der thermische Anwendungsbereich ist gegenüber Silicon etwas eingeschränkt. Die Temperatureinsatzgrenzen liegen bei –55°C bis +175°C.

FVMQ besitzt im Molekül neben den Methyl- noch Trifluorpropyl-Gruppen. Die mechanischen und physikalischen Eigenschaften sind mit denen des VMQ vergleichbar. Dagegen zeigt Fluorsilikon im Vergleich mit Silikon (VMQ) bei etwas schlechterer Heißluftbeständigkeit gegenüber Kraftstoffen und Mineralölen eine wesentlich bessere Beständigkeit.

Hitzebeständigkeit:
bis etwa 175° C (200° C max.)

Kältebeständigkeit:
Bis etwa -55° C

Chemische Beständigkeit:
siehe VMQ und zusätzlich Verträglichkeit mit:
Aromatischen Mineralölen (z.B. IRM 903 Öl)
Kraftstoffen
Niedermolekularen aromatischen Kohlenwasserstoffen (z.B. Benzol, Toluol)

HNBR - Hydrierter Acrylnitril-Butadien-Kautschuk

Handelsname: z.B.
Therban® (Bayer)
Zetpol® – Nippon Zeon

HNBR wird durch Voll- oder Teilhydrierung des NBR gewonnen. Dadurch werden die Hitze-, Ozon- und Alterungsbeständigkeit wesentlich verbessert und sehr gute mechanische Eigenschaften wie z.B. eine gute Verschleißfestigkeit ­erzielt. Die Medien-Beständigkeitseigenschaften sind vergleichbar mit denen von NBR. HNBR weist eine gute Beständigkeit gegen einige Kältemittel auf. Die Temperatureinsatzgrenzen liegen bei -40°C bis +150°C.

Hitzebeständigkeit:
bis etwa 150° C

Kältebeständigkeit:
Je nach Zusammensetzung bis -40° C

Chemische Beständigkeit:
Aliphatische Kohlenwasserstoffe
Pflanzliche und tierische Fette/Öle
HFA-, HFB- und HFC Flüssigkeiten
Viele verdünnte Säuren, Basen, Salzlösungen bei niederer Temperatur
Wasser und Wasserdampf bis 150° C
Ozon- und witterungsbeständig

NBR - Acrylnitril-Butadien-Kautschuk

Handelsname: z.B.
Perbunan® – Bayer AG
Chemigum® – Goodyear
Europene N® – Enichem
Nipol N® – Nippon Zeon

NBR ist der meist verwendete Werkstoff wegen seiner guten mechanischen Eigenschaften und Beständigkeit gegen Schmieröle und -fette auf Mineralölbasis. Eine gute Beständigkeit gegen Kraftstoffe ist meist nur mit Sondermischungen gegeben.

Seine Eigenschaften werden im Wesentlichen durch den Acrylnitril-Gehalt (ACN zwischen 18% und 50%) bestimmt. Ein geringer ACN-Gehalt führt zu einer guten Tieftemperaturflexibiltät aber eingeschränkter Beständigkeit gegen Öle und Kraftstoffe; bei steigendem ACN-Gehalt nimmt die Kälteflexibilität ab und die Öl- und Kraftstoffbeständigkeit zu.

Der Dichtomatik-NBR-Standardwerkstoff weist einen mittleren ACN-Gehalt auf, um mit ausgewogenen Eigenschaften einen breiten Anwendungsbereich abzudecken. Er zeigt gute mechanisch-technologische Werte, z.B. hohen Abriebwiderstand und gute Beständigkeit gegen Schmieröle und -fette auf Mineralölbasis, Hydrauliköle H, H-L, H-LP, schwerentflammbare Druckflüssigkeiten HFA, HFB, HFC, aliphatische Kohlenwasserstoffe, Siliconöle und -fette, Wasser bis ca. +80°C.

Nicht beständig hingegen ist NBR in aromatischen und chlorierten Kohlenwasserstoffen, Kraftstoffen mit hohem Aromatengehalt, polaren Lösungsmitteln, Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis und schwerentflammbaren Druckflüssigkeiten HFD.

Die Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständigkeit ist gering. In den überwiegenden Anwendungsfällen, z.B. wenn der Werkstoff mit Öl benetzt ist, wirkt sich das jedoch nicht nachteilig aus.

NR - Naturkautschuk

Naturkautschuk wird nach wie vor aus dem Latex bestimmter Pflanzen gewonnen. Vulkanisate aus Naturkautschuk zeigen ein gutes Kälteverhalten, gute mechanische Eigenschaften und eine hohe Elastizität. Beständig sind NR-Vulkanisate gegen Wasser, Glykole, Alkohole, Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis, Siliconöle und -fette sowie verdünnte, schwache Säuren und Basen. Der Temperatureinsatzbereich liegt bei ca. –50°C bis +80°C.

PTFE - Polytetrafluorethylen

PTFE ist ein fluorierter Kunststoff. PTFE verfügt über eine Vielzahl positiver ­Eigenschaften, die in der Dichtungstechnik unentbehrlich geworden sind. Er zeichnet sich aus durch seine fast uni­verselle Chemikalienbeständigkeit, den breiten Temperatureinsatzbereich von -100°C bis +250°C, einen äußerst ­geringen Reibungswert und daraus resultierende sehr gute Gleiteigenschaften, kein Stick-Slip-Effekt, besondere Steifigkeit und die nahezu unbegrenzte Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständigkeit. Fast alle bekannten Hydraulikmedien, Schmierstoffe, Chemikalien und Löse­mittel können dem PTFE nichts anhaben.

Nur elementares Fluor und Alkalimetalle greifen es bei hohen Temperaturen und Drücken an. Reines PTFE enthält keine extrahierbaren Stoffe, die auswandern und sich auf angrenzende Materialien ungünstig auswirken könnten. Es ist daher physiologisch unbedenklich und auch für Lebensmittel, pharmazeutische und medizinische Einsatzbereiche besonders geeignet. PTFE ist nicht entflammbar und stellt damit im Brandfall keine zusätzliche Gefahr da.

PTFE ist nicht oder nur wenig elastisch. Deshalb werden PTFE-Dichtelemente durch elastische Vorspannelemente in Form von O-Ringen oder Edelstahlfedern aktiviert. Aber auch PTFE hat gewisse Nachteile wie z.B. die Neigung zum Kaltfluss oder Kriechen des reinen PTFE’s unter Druckbelastung. Diese Schwächen werden jedoch bei den Dichtungscom­pounds durch die Beimengung von Füllstoffen ausgeglichen. Füllstoffe, z.B. Bronze gefüllte Compounds verleihen dem PTFE die Fähigkeit, sich den meisten Einsatzbedingungen anzupassen.          

SBR - Styrol-Butadien-Kautschuk

Handelsnamen: z.B.
Buna Hüls® (Hüls)
Intol® – Enichem
Polysar S® – Bayer AG

SBR ist vermutlich besser bekannt unter den alten Bezeichnungen Buna S oder GRS (Government Rubber Styrene), die auf die Zeit der Jahre von 1930 bis 1950 zurückgehen, in denen in staatlichen Fabriken ein Ersatz für Naturkautschuk hergestellt wurde. Ausgangsmonomere für die Herstellung sind Butadien und Styrol (meist 23,5%). Etwa zwei Drittel der Weltproduktion wird zu Reifen verarbeitet. Dichtungen aus SBR bleiben meist auf die Anwendung in Bremflüssigkeiten auf Glykolbasis beschränkt.

Hitzebeständigkeit:
Bis etwa 100° C

Kältebeständigkeit:
bis etwa -50° C

Chemische Beständigkeit:
Wasser, Alkohole, Glykole und bestimmte Ketone (z.B. Aceton)
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis
Silikonöle und –fette
Verdünnte wäßrige Lösungen schwach wirkender Säuren, Basen und Salze

Nicht beständig gegen:
Mineralöle und –fette, Kraftstoffe
Aliphatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Propan, Butan, Pentan, Hexan, Heptan)
Aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Benzol, Toluol, Xylol)
Chlorierte Kohlenwasserstoffe (z.B. Cloroform, Trichlorethylen, Kohlenstofftetrachlorid)
Oxidierend wirkende Medien wie Salpetersäure, chromsäure, Wasserstoffperoxid, Chlor, Brom

SBR wird angewendet in Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis, Wasser, Alkoholen, Glykolen, Siliconölen ­und -fetten. Der Temperatureinsatz­bereich liegt bei –50°C bis +100°C.

VITON - FKM - Fluor-Kautschuk

Viton® (Fluor-Karbon-Kautschuk FPM) – DIN/ISO Bezeichnung FPM, ASTM Bezeichnung FKM

Handelsnamen:
Viton® – DuPont
Fluorel® – 3M Company
Tecnoflon® – Montecatini
Dai-el™ – Daicon Kagyo Co.

FKM-Werkstoffe zeichnen sich durch ­ihre sehr hohe Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit aus. Außerdem sind die sehr gute Alterungs- und Ozonbeständigkeit, die sehr geringe Gasdurchlässigkeit (gute Eignung für Vakuumeinsätze) und das selbstverlöschende Brandverhalten zu nennen.

Der FKM-Standardwerkstoff zeigt sehr gute Beständigkeitseigenschaften in Mineralölen und -fetten, ­aliphatischen, aromatischen und ­chlorierten Kohlenwasserstoffen, Kraftstoffen, schwerentflammbaren Druckflüssigkeiten HFD und vielen organischen Lösungsmitteln und Chemikalien.

Neben den Standard-FKM-Werkstoffen sind verschiedene Sondermischungen erhältlich, die durch unterschiedliche Zusammensetzung der Polymerketten und variierende Fluorgehalte (65% bis 71%) für spezielle Anwendungen zugeschnitten sind.

Fluorkautschuk ist die bedeutenste Werkstoffentwicklung für Dichtungen aus den 50er-Jahren geworden und zeichnet sich durch ein weites Anwendungsspektrum aus. FPM besitzt eine hervorragende Beständigkeit gegen Temperaturen, Ozon, Sauerstoff, Mineralöle, synthetische Hydraulikflüssigkeiten, Kraftstoffe, Aromate, viele organische Lösungsmittel und Chemikalien. Der Tieftemperaturbereich ist ungünstig und liegt für statische Anwendungen bei ca. -25 °C (Einige Einsätze erzielen bis -40 °C Dichtheit), bei dynamischer Beanspruchung c. -15 °C bis -20 °C. Die Gasdurchlässigkeit ist gering und ähnlich der von Butylkautschuk. Spezielle FPM-Mischungen besitzen höhere Beständigkeiten gegen Säuren, Kraftstoffe, Wasser und Dampf.

Hitzebeständigkeit:
bis etwa 200 °C, kuzzeitig höher

Kältebeständigkeit:
bis etwa -25 °C, teilweise bis -40 °C

Chemische Beständigkeit:
Mineralöle und -fette, geringe Quellung bei ASTM Öl Nr. 1 bis 3
schwer entflammbare Druckflüssigkeiten der Gruppe HFD
Slilkonöle und -fette pflanzliche und tierische Öle und Fette
aliphatische Kohlenwasserstoffe (Benzin, Butan, Propan, Erdgas)
aromatische Kohlenwasserstoffe (Bezol, Toluol)
chlorierte Kohlenwasserstoffe (Trichloräthylen und Tetrachlorkohlenstoff)
Kraftstoffe, methanolhaltige Kraftstoffe
Hochvakuum
sehr gute Ozon-, Wetter- und Alterungsbeständigkeit

Nicht beständig ist FKM generell in Heißwasser, Wasserdampf, polaren Lösungsmitteln, Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis und niedermolekularen ­organischen Säuren.

VMQ - Siliconkautschuk

Silikon-Kautschuke (Q, MQ, MVQ) – DIN/ISO Bezeichnung MVQ, ASTM Bezeichnung VMQ

Handelsnamen: z.B.
Silopren® (Bayer)
Silastic® – Dow Corning
SE, Blensil® – General Electric

Siliconkautschuke zeichnen sich ­besonders durch ihren großen thermischen Anwendungsbereich und die ­exzellente Ozon-, Witterungs- ­und ­Alterungsbeständigkeit aus. Die ­mechanischen Eigenschaften von Silicon sind im Vergleich zu anderen Elastomeren eher gering. Im allgmeinen sind Silicon-Werkstoffe physiologisch unbedenklich, d.h. sie finden u.a. ­Anwendung in ­lebensmittelnahen und medizinischen Bereichen.

Der Silicon-Standardwerkstoff ist ­einsetzbar im Temperaturbereich von –55°C bis +200°C und ist beständig ­in Wasser (bis 100°C), aliphatischen Motoren- und Getriebeölen, tierischen und pflanzlichen Ölen und Fetten.

Nicht beständig ist Silicon generell ­gegen Kraftstoffe, aromatische Mineralöle, Wasserdampf (kurzzeitig bis 120°C möglich), Siliconöle und -fette, Säuren und Alkalien.

Silikon-Kautschuke umfassen eine Gruppe von Werkstoffen, in der Methyl-Vinyl-Silikon (MVQ) am häufigsten eingesetzt wird. Die Gruppe der Silikonelastomere besitzt eine relativ schlechte Zugfestigkeit, Weiterreißfestigkeit und Abriebfestigkeit, verfügt aber über hervorragende Spezialeigenschaften: Heißluftbeständigkeit bis +230 °C und Kälteflexibilität bis –60 °C, Witterungsbeständigkeit, gute Isoliereigenschaften, gute physiologische Eigenschaften, gute bis mittlere Medienbeständigkeit.

Hitzebeständigkeit:
bis etwa 210° C (Sonderqualitäten bis 230° C)

Kältebeständigkeit:
bis etwa -55/-60° C (Sonderqualitäten bis etwa -100° C)

Chemische Beständigkeit:
Motoren- und Getriebeöle aliphatischer Art (z.B. ASTM-Öl Nr.1)
tierische und pflanzliche Öle und Fette
Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis
schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten HFD-R und HFD-S
hochmolekulare chlorierte aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Clophen), Chlordiphenyl (u.a. Flammwidriges Isolieren, Kühlmittel für Transformatoren)
Wasser bis +100 °C
verdünnte Salzlösungen
Ozon-, alterungs- und wetterbeständig